Kurz erklärt
Was feiern Christen an Ostern?
Ostern ist das höchste Fest der Kirche. Jesus von Nazaret wurde am Karfreitag gekreuzigt, starb und wurde begraben. Am dritten Tag ist er von den Toten auferstanden. Das ist die Mitte von Ostern und die zentrale Wahrheit des christlichen Glaubens.
Auferstehung bedeutet: Der Gekreuzigte lebt mit einem wirklichen, verwandelten Leib und kann nicht mehr sterben. Es geht weder um das bloße Weiterleben seiner Botschaft noch um eine Rückkehr in sein früheres Leben. Ostern feiert den lebenden Herrn.
Kreuz und Auferstehung gehören zusammen: Durch seinen Tod befreit Christus von der Sünde; durch seine Auferstehung eröffnet er neues Leben. Darum hoffen Christen, dass auch ihr eigener Tod nicht das Ende ist.
Verschlossene Türen
Die Jünger haben Angst. Obwohl Maria von Magdala berichtet hat, dass sie den Herrn gesehen hat, leben sie noch im Rückzug. Christus tritt in ihre Mitte.
Friede und Vergebung
Jesus spricht Frieden zu und sendet seine Jünger. Mit dem Heiligen Geist vertraut er der Kirche den Dienst der Sündenvergebung an. Barmherzigkeit wird sakramental und konkret.
Thomas und die Wunden
Thomas verlangt zu sehen. Acht Tage später begegnet Christus auch ihm. Der Zweifel wird nicht verspottet; Thomas wird zur Begegnung gerufen und bekennt seinen Herrn und Gott.

Die geöffnete Seite
Am Karfreitag durchbohrt ein Soldat Jesu Seite; sogleich fließen Blut und Wasser. Johannes bezeugt dieses Geschehen, damit der Leser zum Glauben findet. Der biblische Zusammenhang geht Faustinas Zeugnis voraus.
Johannes Paul II. deutete später das Blut im Blick auf das Kreuzesopfer und die Eucharistie, das Wasser im Blick auf die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes. Diese sakramentale Deutung erschließt das Ostergeheimnis; sie begründet weder ein zusätzliches Sakrament noch ein Versprechen automatischer Gnade.
Taufe und neues Leben
Der Weiße Sonntag erinnert an die Neugetauften der Osternacht. Ostern schenkt nicht nur einen neuen Gedanken über das Leben. In Christus beginnt neues Leben.
Ostern ist mehr als ein Tag.
Die Osterzeit dauert fünfzig Tage bis Pfingsten. Ihre ersten acht Tage bilden die Osteroktav: Sie beginnt am Ostersonntag und endet am folgenden Sonntag. Dieser achte Tag ist der Barmherzigkeitssonntag.
Der Barmherzigkeitssonntag gehört zur Osteroktav. Sein Evangelium bleibt beim Auferstandenen: bei seinen Wunden, seinem Frieden und der Vergebung.
Ostern eröffnet einen neuen Anfang.
Christus hat die Sünde getragen und den Tod besiegt. Seine Vergebung nimmt das Böse ernst und eröffnet einen neuen Anfang.